Krebs ist doof.
 
 

 

Eine Liebeserklärung an das Leben

21.07.2010 - IDSTEIN

Von Volker Stavenow

BUCH Mit „Krebs ist doof“ will die Idsteinerin Eva Hungershausen anderen kranken Menschen Mut machen

„Krebs ist doof, Chemo kein Ponyhof und Bestrahlung nicht so gemütlich wie der Gang ins Sonnenstudio. Das Leben aber ist alles wert und ich werde niemals aufhören an dieses wundervolle Leben zu glauben.“

Diese Sätze stehen als Klappentext auf dem Buch „Krebs ist doof“. Geschrieben hat es die Idsteinerin Eva Hungershausen. Im Buch rechnet die 24-Jährige Studentin mit ihrem schlimmsten Feind, dem Krebs, ab, beschreibt aber auch Stunden tiefer Gefühle und Verbundenheit zu anderen Menschen. Nach schweren Stunden, aber letztendlich gewonnenem Kampf, ist ihr Tagebuch eine Liebeserklärung an das Leben.

„Bei der Diagnose blieb das Leben plötzlich stehen“

Die Autorin ist 23 alt Jahre als sie die Diagnose „Morbus Hodgkin“ erhält. Bösartiger Lymphknotenkrebs, der mit Chemotherapie und Bestrahlung behandelt werden muss. „Es begann mit Rückenschmerzen. Ich dachte erst an eine Verspannung. Aber ich bekam Fieber und die Blutwerte fielen in den Keller. Und als dann die Diagnose bösartiger Lymphknotenkrebs kam, da blieb das Leben für mich auf einmal stehen“, erinnert sich Eva Hungershausen.

Die Tortur beginnt: Chemo und Bestrahlung. Der ganze Oberkörper wird mit einbezogen. Besuche in den Horst-Schmidt-Kliniken und dem St.-Josef-Krankenhaus sind an der Tagesordnung.

„Immerhin konnten mir die Ärzte gute Behandlungserfolge bei jungen Menschen in Aussicht stellen“, so die Idsteinerin. Während der schweren Zeit wird sie liebevoll von ihrem Freund unterstützt. „ Da merkte ich, wer mir wirklich wichtig ist. Und wir haben in Idstein in dieser Zeit geheiratet.“ Eva Hungersghausen sagt dem Krebs den Kampf an. Und sie hält dieses zähe Ringen in einem Tagebuch fest. Sie hat darin während dieser Zeit ihre vielen Erlebnisse, Gedanken und Gefühle zusammen

gefasst.

Das Buch beginnt im Krankenhaus, beschreibt rückblickend Krankheitssymptomatik und den Grund für die Einweisung. Weiter dortige Erlebnisse, Abläufe, Gefühle bei Diagnostik und Diagnose der Erkrankung. Chemotherapie folgt für weitere vier Monate, weitere Krankenhausaufenthalte, dann Bestrahlung und Rehabilitation in einer onkologischen Rehaklinik. Ganz wichtig „zwischendurch“ immer wieder schöne Momente. Außerdem Erklärungen zur Chemotherapie, Bestrahlung und anderen medizinischen Details.

„Ich will mit meinem Buch anderen an Krebs erkrankten Menschen Mut und Hoffnung geben. Ich habe durch die schwere Krankheit entdeckt, wie schön das Leben ist. Allen will ich mitteilen: Man muss durchhalten. Ich habe auch viele schöne Momente im Buch festgehalten - und möchte sie mit anderen teilen.“

Eva Hungershausen hat bewusst einen relativ „flapsigen“ Titel für das Buch gewählt, da sie die Überdramatisierung ihrer Erkrankung nie leiden konnte. „Ich habe vielleicht manchmal etwas bissig ironisch gegen Mitleidsgehabe von Außen angeschrieben.“

Unterstützung ihres Mannes gibt 24-Jähriger Kraft

Nach Monaten der Behandlung, des Zweifels, der Unsicherheit, der Angst und der steten Hoffnung auf Genesung kann Eva Hungershausen heute feststellen: „Mir geht es wieder gut. Die Blutwerte sind o.k. Natürlich weiß ich nicht, ob wieder einmal etwas wächst, aber obwohl ich auf meinen Körper höre, denke ich nicht dauernd an Krebs. Andere Gefühle überwiegen. Etwa, als ich aus dem Krankenhaus gesund herausgegangen bin - das war einfach Wahnsinn.“

Eva Hungershausen blickt nach vorne: Im kommenden September setzt sie ihr Studium der Ergotherapie an der Idsteiner Hochschule Fresenius fort. „Dieses Studium war für meinen Kampf gegen den Krebs auch eine sehr große Motivation.“

Die 24-Jährige ist „stolz darauf, dass ich es geschafft habe.“ Sie hofft, eine solche harte Zeit nicht mehr erleben zu müssen. „Ich will positive Lehren aus meiner Krankheit ziehen und die an andere kranke Menschen weitergeben - durch mein Buch.“

 

Quelle: http://www.wiesbadener-kurier.de/region/geschichte/9177812.htm

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